Kann dir Meditation helfen glücklicher und produktiver zu werden?

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Meditation und Achtsamkeit gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Aber sie sind mehr als nur Buzzwords für Hippies mit Yoga Matten – wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Meditation anhaltende Vorteile für die Gesundheit haben kann. Angefangen bei der Hilfe von schwierigen Entscheidungen am Arbeitsplatz, bis hin zur Linderung der Effekte von Depressionen, haben Studien gezeigt, dass Meditation tatsächlich dein Leben verändern kann.

Was ist Meditation eigentlich?

Die Begriffe Meditation und Achtsamkeit sind Teil unseres Alltags. Aber was bedeuten sie wirklich? Achtsamkeit ist Vorgang sich seines Umfelds, seiner Gefühle, psychologisch bewusst zu sein und den Moment war zunehmen. Es wird durch ruhige Reflexion alleine oder geführt durch einen Lehrer praktiziert. Im Grunde geht es darum sein Bewusstsein von allen Ablenkungen und Sorgen zu befreien.

Meditation ist ein sehr breit gefasster Begriff, unter den viele verschiedene Techniken zum Wohlbefinden auf der ganzen Welt fallen. Achtsamkeit ist technisch betrachtet nur eine sehr beliebte Art der Meditation. Für diesen Artikel werden wir die Begriffe als substituierbar betrachten. Im Folgenden stellen wir dir fünf wissenschaftlich bewiesene Vorteile vor, die Meditation auf deine Gesundheit haben kann.

1. Achtsamkeit macht dich glücklicher

Der vielleicht bekannteste Nutzen von Meditation ist, dass es dich glücklicher macht. Eine Schwedische Studie fand heraus, dass die Ausübung von Achtsamkeitsübungen einen starken, positiven Effekt auf den Geisteszustand hat und gegen Stress hilft. Sogar Schulkinder können schon von Achtsamkeit profitieren. Viert- und Fünftklässler die an einem Meditationsprogramm teilgenommen hatten, konnten besser mit Stress umgehen und waren beliebter bei ihren Klassenkameraden, als andere Kinder. Interessanterweise war auch ihre mathematische Leistung deutlich besser.

2. Achtsamkeit hilft psychologische Fallen zu vermeiden

Meditation kann helfen psychologische Fallen im Alltag zu umgehen. Eine Studie fand heraus, dass Achtsamkeit helfen kann, sich auf das jetzt zu konzentrieren anstatt sich über die Vergangenheit oder Zukunft zu sorgen. Dies hilft Entscheidungen rational zu treffen und Fallen, wie die Sunk Cost Fallacy (=Irrtum untergegangener Kosten) zu umgehen.

Hier die Kurzfassung für alle die nicht mit dem Konzept vertraut sind. Als Sunk Cost Fallacy wird bezeichnet, wenn eine Entscheidung alleine auf Grund der bereits investierten Ressourcen getroffen wird. Wenn man, zum Beispiel, in einer längeren Schlange an der Kasse ansteht, statt in eine kürzere zu wechseln, weil man schon so lange gewartet hat, obwohl es wahrscheinlich länger dauert. „Wir haben herausgefunden, dass sogar 15 Minuten Meditation gegen den Sunk Cost Bias helfen können, indem sie den Fokus mehr auf das jetzt als auf die Zukunft richten,“, merkte Sigal Barsade, Co-Autor der Studie und Professor der Wharton School, an.
Der Sunk Cost Bias kann letztendlich zu schlechten Entscheidungen führen, die negative Auswirkungen auf Leistung und Resultate von Mitarbeitern und Unternehmen haben.

3. Meditation kann dein Gehirn verändern

Meditation hilft dir nicht nur, dich subjektiv besser zu fühlen, sondern kann tatsächlich dein Gehirn verändern. Im Rahmen einer Studie wurde das Gehirn von 44 Probanden gescannt, mit dem Resultat, dass bei denjenigen, die regelmäßig meditieren, die grauen Zellen im Bereich der emotionalen Kontrolle, signifikant größer waren. Das Ergebnis? Die Vorteile von Meditation treten nicht nur während der Ausübung oder direkt danach zu Tage. Sie gehen vielmehr in den Alltag über und helfen dir ruhig zu bleiben und deine Gefühle zu kontrollieren. Daher kannst du von deiner täglichen Meditation ein Leben lang profitieren.

4. Meditation ist therapeutisch

Achtsamkeit führt zu mehr Glück und kann die Struktur deines Gehirns verändern. Daher überrascht es auch nicht, dass Meditation helfen kann, gegen emotionalen Schmerz anzukämpfen. Eine Studie fand heraus, dass kognitive Therapie, die auf Achtsamkeitsübungen basierte, in der vorsorglichen Depressionsbehandlung effektiver war, als Antidepressiva. Dies bestätigten auch Studien der New York Academy of Sciences. Diese sagten, dass Achtsamkeitsmeditationen helfen konnten Schmerzen, sowohl im Labor, als auch im Krankenhaus, signifikant zu lindern. Die Autoren der Studie merkten sogar an, dass Meditation helfen kann physischen Schmerzen vorzubeugen (Wichtig: bitte stimmen Sie sich immer mit ihrem Arzt im Vorfeld über die empfohlene Behandlung ab).

5. Meditation hilft Stress abzubauen

Achtsamkeit kann dir nicht nur mehr Ruhe im Leben bescheren, sondern kann auch helfen die schwierigsten Momente im Leben zu überstehen. Eine Studie hat gezeigt, dass Krebspatienten, die Teil eines Meditationsprogramms waren, ihren Stress im Schnitt um 31 Prozent senken konnten. Eine weitere Studie fand heraus, dass sich die Lebensqualität von Gesundheitsexperten drastisch verbesserte, nachdem sie an einem achtwöchigen Achtsamkeitsprogramm zur Stressminderung teilgenommen hatten.

Wo soll ich anfangen?

Wenn du jetzt Lust bekommen hast es auch einmal auszuprobieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Aber du musst nicht erst ein 300 Seiten Buch lesen oder zu einer Meditationsgruppe in deiner Nachbarschaft gehen. Immer mehr mobile Lösungen haben sich mit dem Thema befasst und leiten dich durch verschiedene Module um dir Meditation näher zu bringen. Dein Karlsson Team hat verschiedene Apps ausprobiert und kann dir Headspace und Balloon empfehlen. Beide Apps führen dich spielend in die Welt der Meditation ein und helfen dir schrittweise mit dem Thema Achtsamkeit umzugehen. Und denke immer daran: Meditieren ist nicht nur ein guter Weg um sich zu entspannen, sondern zahlt sich auch aus.

Quelle: Alex Webb, Policygenius.com

Wie Tech den Arzt nach Hause bringt - für alle Menschen

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Volle Wartezimmer, stundenlang. Wer kennt das nicht? Eigentlich ist gar keine Zeit für diese Warterei, aber es drückt nun mal irgendwo. Für 74 Prozent der Deutschen wäre ein Videotelefonie-Gespräch mit einem Arzt eine mögliche Alternative zum Arztbesuch und eine Erleichterung, denn er spart Zeit und Nerven. Möglich macht dies eine Gesetzesänderung, die seit April 2017 in Kraft ist. Besonders in ländlichen Regionen würde diese Alternative sehr vielen Menschen helfen – die Wege sind weit und die Kosten des Arztbesuches somit ungleich höher. Weitere rechtliche Anpassungen für die Erstkonsultation sollen folgen.

Wenn wir wir nach Amerika blicken, wo das Gesundheitssystem nur knapp an tiefgreifenden Veränderungen vorbeischrammte, ist es an der Zeit zu fragen, welche Entwicklungen wir in Deutschland in unserem Gesundheitssystem sehen und welche davon wir ablehnen, welche wir fördern und begrüßen. Eine Neubewertung unserer Gesundheitsversorgung zeigt schnell:  Krankenhäuser und Hausärzte arbeiten oft an ihrer Kapazitäts- und Belastungsgrenze und es ist schwieriger für die Menschen, die Behandlung zu bekommen, die sie brauchen. Die Tage des Hausarztes, der einen Hausbesuch machen würde, sind längst vorbei. Oder nicht?

Besonders in den USA gibt es Premium-Angebote, auch im medizinischen Bereich. Hausbesuch des Facharztes, Behandlung sobald man sie wünscht, freundliche Beratung zu jeder Zeit. Wer mehr zahlt, erhält mehr Service – und zwar bis hin zum Krankenhausaufenthalt, der eher einem Luxusurlaub mit Nebenwirkungen gleicht. Aber welche Möglichkeiten gibt es für Patienten, die es sich nicht leisten können, Zehntausende von Dollar für diese Dienste zu bezahlen? Und wird Deutschland eine ähnliche Premium-Versorgung erleben wie die USA? Auch hier existieren bereits Angebote für zahlungskräftige Patienten, die jeden Arztbesuch sehr viel angenehmer werden lassen. Aber wie kann sich ein Normalverdiener so etwas leisten?

Eine neue Generation von „Health Tech“ Startups ist angetreten, um Antworten zu geben, indem sie Technologie verwenden, um einige der gleichen persönlichen Services ohne die exorbitanten Preise anzubieten.

Die Vorteile und Sorgen um die High-End-Behandlung

Die Premium-Patientenversorgung in den USA boomt in zwei Bereichen: Privat-Ärzte und High-End-medizinische Einrichtungen.

Solche Privat-Ärzte sind nur für ein paar ausgewählte Personen oder Familien zuständig. Diese privaten, On-Demand-Ärzte haben eigene Räumlichkeiten, oder sie kommen zum Patienten nach Hause oder an den Arbeitsplatz. Sie stellen sicher, dass Familien die richtigen medizinischen Ressourcen haben, wo auch immer sie sind. Und sie werden ihre Verbindungen mit anderen Ärzten und Einrichtungen nutzen, um Behandlungen zu verbessern. "Ich weiß nicht, ob ich dich an erster Stelle der Warteschlange bringen kann", sagte ein Arzt der New York Times, "aber ich kann das Warten angenehmer machen."

Und die besten Krankenhäuser in den USA? Lennox Hill ist das Krankenhaus, wo Beyoncé ihre Tochter Blue Ivy zur Welt brachte; Das Krankenhaus hat einen Louis Vuitton Designer angeheuert, um eine gehobenes Erlebnis zu schaffen und das Essen kommt direkt aus einer Sterne-Küche. Das ist ein wenig anders als das Krankenhaus-Essen, welches die meisten von uns kennen: Kantinenessen unter dem Niveau der Uni-Mensa an die wir uns dunkel erinnern, mit wenig Liebe zubereitet und serviert von mürrischen Angestellten.

Die Befürworter dieses Systems argumentieren für die Vorteile, die es für Ärzte und Patienten gibt. Ärzte vermeiden Burnout durch die Begrenzung der Anzahl der Patienten, die sie sehen. Aber sie sind auch in der Lage, diesen Patienten mehr Aufmerksamkeit zu geben. Anstatt ein Dutzend Patienten vor der Mittagszeit zu sehen, können Ärzte Zeit mit Patienten verbringen und die richtige Behandlung in Ruhe auswählen. Anstatt Menschen im Krankenhaus durchzuschleusen, können Ärzte Forschung treiben und mit Spezialisten reden, um ihren Patienten ein fundiertes Maß an Sorgfalt zu bieten, das sonst logistisch nicht möglich ist.

Aber es gibt deutliche moralische Fragen, die in diesem System entstehen. Ja, auch andere Branchen haben abgestufte Dienstleistungen, wo die Leute mehr bezahlen, um mehr zu bekommen, Beispiel Bahnfahrt oder Flugreise. Aber sollte das Gesundheitswesen wirklich so funktionieren? Wir hören oft, dass diese Praktiken sich in Deutschland so nie etablieren könnten – und doch wissen wir von genügend Fällen, in denen persönliche oder bezahlte Kontakte Vorteile schaffen.

Schlussendlich steht die Gesundheit der Menschen - vielleicht sogar ihr Leben - auf dem Spiel. Ist es fair für Leute, die sich keinen Erste-Klasse-Service von ihrem Arzt leisten können? Ein Vater, der von der New York Times interviewt wird, ist sich dessen bewusst: "Ich fühle mich schlecht, dass ich die Mittel habe, um das System zu umgehen... Aber wenn du Kinder hast, und es denen schlecht geht – dann umgehst du das System. Wenn du das Geld hast, würdest du es nicht dafür ausgeben? "

In einer idealen Welt gäbe es keinen Weg, sich einen medizinischen Premium-Service zu erkaufen. Aber was wäre die Alternative? Wir hätten ein Gesundheitssystem, das noch mehr als ohnehin mit hohen Kosten, ineffizienten Prozessen und schlechtem Service lahmen würde. Das Argument, dass Wettbewerb die Qualität der Leistungen überhaupt erst sichert, gilt eindeutig auch im Gesundheitsbereich und es wäre noch viel mehr Qualitätssicherung wünschenswert – und zwar in erster Linie im Sinne des Patienten. Aber wie verhalten wir uns dazu als Versicherer? Sind wir einfach gegen Luxus-Leistungen für einige wenige - oder arbeiten wir dafür, dieses Concierge-Modell für alle zugänglich zu machen?

Der Doktor zu Hause für Alle

Wie in vielen anderen Fällen hat der Tech-Sektor eine Möglichkeit solch ein bestehendes Geschäftsmodell zu disruptieren und so zu demokratisieren. In diesem Fall ist es durch app-basierte Ärzte-Dienstleistungen. Dies ist keine Telemedizin, wo man mit einem zufälligen Arzt gepaart wird, der nicht viel besser ist, als einfach selber nach der Diagnose im Internet zu schauen. Sondern es sind Ärzte, die den Patienten und dessen Gesundheitsgeschichte kennen. Diese Ärzte sind nicht persönlich verfügbar - aber sie sind jederzeit per Text- und Video-Chat erreichbar und bieten die gleiche Art von persönlichem Service wie traditionelle Privat-Ärzte, nur eben digital.

SteadyMD ist ein Unternehmen, das diese Leistung in den USA anbietet und "kontinuierliche, vertraute und engagierte Grundversorgung online" verspricht. Alle Kernbereiche der Medizin sind abgedeckt. Aber es gibt sogar Ärzte mit Schwerpunkt in Fitness und Sportmedizin oder alternativen Heilmethoden. SteadyMD bietet darüber hinaus virtuelle Termine mit dem Arzt, wann immer Sie diesen brauchen. HealthLoop ist ein Unternehmen, das versucht, die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu vereinfachen und zu vertiefen, und OneMedical hat eine App, die du benutzen kannst, um mit Ärzten zu sprechen, um danach ihre physische Praxis aufzusuchen.

Und da eben auch in Deutschland die Bereitschaft der Menschen steigt, diese Angebote in Anspruch zu nehmen, gibt es erste Bemühungen solche Services anzubieten. Ein Startup heißt LifeTime, welches eine Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte bietet: Eine App in der die digitale Krankenakte des Patienten sicher gespeichert ist - genauso geschützt wie ein deutsches Bankkonto, und auf Wunsch des Patienten per Klick dem Arzt verfügbar. Dies verbessert bereits das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient erheblich. Teleclinic ermöglicht genau das Concierge-Arzt Erlebnis wie SteadyMD in den USA, und das von 6-23 Uhr, 365 Tage im Jahr. 

Diese Dienste kosten den Patienten, oder dessen Versicherung einen Bruchteil einer privatärztlichen Behandlung – aber gerade für Erstgespräche, auf die Kassenpatienten in Deutschland wochenlang warten müssen können sie sehr wertvoll sein. Es ist nicht 100% vergleichbar mit persönlichem Kontakt, aber lange nicht jeder Fall braucht dies. Virtuelle Ärzte sind in der Lage eine erste Einschätzung abzugeben und verweisen dann auf einen lokalen Spezialisten für die Behandlung, wenn die Notwendigkeit besteht.

Außerdem können solche digitalen Lösungen Patienten gute Ärzte in der Nähe empfehlen, über transparente Ratings anderer Patienten leicht verständlich. Dies kann mitunter lebensrettend sein, da viele Menschen ein Problem eher ignorieren weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Für Kassenpatienten stehen diese Lösungen bisher fast nur auf eigene Kosten zur Verfügung, aber für viele von ihnen kann es sich lohnen diese neuen Health Tech Lösungen in Verbindungen mit Zusatzversicherungen zu bekommen. Insbesondere in ländlichen Regionen sind Menschen auf Ärzte in der Nähe angewiesen – Tech kann eine Lösung sein. Die Kombination bietet Kunden mehr persönlichen Service und bietet vergleichbare Leistungen wie die Privat-Ärzte zu einem Bruchteil der Kosten.

Die Zukunft des Gesundheitssystems – und auch der Krankenversicherung – kann niemand wirklich für Jahrzehnte voraussagen. Aber die Bereitstellung extrem teurer, exklusiver Dienstleistungen wird immer nur einer kleinen privilegierte Gruppe von Menschen helfen. Die Idee hinter den neuen Health Tech Apps ist es, allen Menschen die Zeit und Aufmerksamkeit von medizinischen Fachleuten zuzugestehen, die sie benötigen, um die beste Pflege möglich zu bekommen. Und in der langen Frist werden diese Leistungen bessere Patientenerlebnisse erlauben und gleichzeitig das Problem überfüllter Wartezimmer erleichtern – zum Wohle aller.

Im Englischen Original von Colin Lalley, Deutscher Edit von getkarlsson.com

Forever Young

Die Menschheit war schon immer von der ewigen Jugend fasziniert. Die griechischen Götter hatten Ambrosia, die nordischen Götter hatten goldene Äpfel. Ponce de León hatte den Jungbrunnen. Peter Thiel hat das Blut junger Menschen.

Aber was, wenn es tatsächlich einen Weg gibt, ewig jung zu bleiben? Neue Studien deuten darauf hin, dass es möglich ist – und das ohne Hokuspokus oder moderne Technologie. Es gibt Möglichkeiten unseren Verstand und Körper so fit zu halten als wären wir Jahrzehnte jünger. Dies hätte nicht nur Einfluss darauf, wie weit wir laufen können oder wie gut unser Gedächtnis im Alter ist. Es hätte auch Auswirkungen, auf unser Verhalten gegenüber unserer Gesundheit, unserem Geld und würde unseren Blick auf das Leben grundsätzlich verändern.

Körperlich fit bleiben

Im Alter von 80 wären die meisten von uns glücklich darüber sich beim Spazieren gehen nicht die Hüfte zu brechen. Robert Marchand ist 105 Jahre alt und hat einen Weltrekord im Radsport aufgestellt. Das erstaunlichste daran? Er wird fitter, je älter er wird. VO2 max misst, wie effizient unser Körper Sauerstoff verbraucht. Selbst bei Leuten, die regelmäßig Sport treiben geht der VO2 max und somit die Leistungskapazität ab einem Alter von 50 stark zurück.  Aber Marchand hat es geschafft seinen VO2 max durch intensives und häufiges Training zu erhöhen - 80 Prozent leichte und 20 Prozent anstrengende Workouts.

Sein Training befindet sich an einem Extrem der Workoutskala. An einem Ende sind die Leute einzuordnen, die keinen Sport machen; in der Mitte der Skala, diejenigen, die genug Sport treiben um ein paar Kilos zu verlieren oder eine gewisse Grundfitness haben; und Marchand ist an dem Ende, welches es möglich macht die Leistung seines Körpers trotz des hohen Alters noch zu verbessern. Dadurch hat er, laut New York Times, einen VO2 max, der vergleichbar mit dem aeroben Leistungsvermögen eines gesunden, durchschnittlichen 50-jährigen ist.

Marchand ist eines der ersten bekannten Fälle seiner Art. Aber es gibt Grund zu der Annahme, dass, wenn er es schaffen kann, du das auch kannst. Desweiteren hat Sport im Alter auch neben einem erhöhten VO2 max einige andere Vorteile. Training kann helfen, Übergewichtigkeit, Diabetes und Herzerkrankungen zu verhindern. Auch für Menschen, die bereits mit Diabetes diagnostiziert wurden, spielt Sport eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Krankheit, was bedeutet, dass ein langes Leben nach der Diagnose nicht ausgeschlossen ist. In einer Welt der steigenden Kosten im Gesundheitswesen (und Krankenversicherungspärmien), bedeuten weniger Beschwerden nicht nur weniger Zeit beim Arzt und im Krankenhaus, sondern auch erhebliche finanzielle Einsparungen.

Obwohl der Fall Marchand vielversprechend ist, sind sich Forscher einig, dass dieser nicht universell übertragbar sein muss. Eine genetische Prädisposition könnte der Grund dafür sein, warum er in der Lage ist sein intensives Training auch jenseits der 100 fortzusetzen. Aber auch wenn wir nicht alle Weltrekorde im Radsport aufstellen, sind die Vorteile von Sport im Alter offensichtlich. Im schlimmsten Fall werden wir anstatt extrem gesund eben nur ein bisschen gesünder.

Halte deinen Verstand scharf

Jeder hat schon einmal gehört, dass der Verstand auch nur ein Muskel ist der regelmäßig trainiert werden muss. Es stellt sich heraus, das ist wahr, wir trainieren ihn nur nicht richtig.

Eine beliebte Darstellung des Gehirns, teilt es in drei Bereiche: den „Reptilien“-Bereich der für das grundlegende Überleben zuständig ist, den „Säugetiere“-Bereich, der Gefühle verarbeitet und der menschliche Bereich, welcher der Ratio zugeteilt ist. Obwohl man lange Zeit dachte, dass diese Bereiche getrennt voneinander funktionieren, geht man heute davon aus, dass es Überlappungen gibt und sich dadurch funktionale „Hubs“ bilden. Das Training dieser Gehirnregionen kann zu einer verbesserten Neuroanatomie führen, welches 60-80-jährigen das Erinnerungsvermögen einer 20-30 Jahre jüngeren Person verleihen kann.

Also warum trainieren wir unseren Verstand nicht einfach mehr? Leichter gesagt als getan. Nach dem Laufen oder Gewichtstraining ist man müde. Wenn man seinen Verstand auf ähnliche Art und Weise durch intensive Mentalübungen trainiert, ist das ähnlich. Und genauso, wie wir uns lieber für einen Serienmarathon auf Netflix ins Bett legen, als einen echten Marathon zu laufen, ist es uns meistens lieber unsere Gehirnzellen nicht wirklich anzustrengen. Du könntest jetzt sagen: „Aber ich spiele oft Sudoku und mache Gehirnjogging“. Leider hilft das nicht wirklich. Solche Freizeitspielchen stellen unsere grauen Zellen nicht wirklich vor eine Herausforderung. Studien haben gezeigt, dass Fortschritte durch Gehirnjogging meist auf Placebo Effekte zurück zu führen sind. Um unseren Verstand jung und frisch zu halten, müssen wir ihn richtig trainieren.Wie können wir unserem Gehirn also effektiv auf die Sprünge helfen?

  • Weiterarbeiten. Es muss nicht Vollzeit sein und es muss nicht physisch anstrengen. Texte editieren oder korrigieren, zum Beispiel, fordert unseren Verstand und verhindert Lethargie. Und den finanziellen Aspekt sollte man auch nicht vergessen.
  • Eine neue Sprache lernen. Eine neue Sprache zu lernen hat einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Entwicklung des Gehirns. Studien haben gezeigt, dass Leute die mehrere Sprachen beherrschen erst später von Altzheimer oder Demenz betroffen sind, als Menschen die nur eine Sprache beherrschen
  • Ständiges Lernen. Neben einer neuen Sprache, kann es auch hilfreich sein, neue Fähigkeiten in Online-Kursen zu erlernen um unser Gehirn auf Trab zu halten. Viele Hochschulen bieten weiterführende Kurse für Erwachsene an und Plattformen wie Coursera oder EdX sind ideal um neue Wissensfelder zu erforschen.
  • Lerne ein Instrument. Genau wie eine neue Sprache zu lernen, hat auch das Erlernen eines Instruments einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Entwicklung des Gehirns. Es erhöht nicht nur das Volumen der grauen Zellen in verschiedensten Regionen des Gehirns, sondern stärkt auch die Verbindung zwischen diesen. Nebenbei verbessert musikalisches Training auch das verbale Gedächtnis, räumliches Denken und Lese- und Schreibkenntnisse.

Wenn sich das alles ein bisschen so anhört als müsstest du wieder die Schulbank drücken um Dinge zu lernen die man wahrscheinlich nie wieder brauchen wird, dann trifft es das irgendwie auf den Punkt. Wir verbringen viel Zeit unserer Jugend in der kritischen Phase der neuronalen Entwicklung damit uns selbst herauszufordern. Im Laufe des Alters beschäftigen wir uns mehr mit dem „richtigen Leben“ und meiden diese unliebsamen Herausforderungen, was dazu führt, dass unser Gehirn lethargisch und nicht voll ausgereizt wird.

In diesem Sinne ist mentales Training genau wie physisches Training. Durch neue Herausforderungen für unseren Verstand stärken wir unser Gehirn, so dass es Krankheiten und Alterungseffekte abwehren kann.

Passe deinen Lebensstil an

Länger und aktiver zu leben klingt toll. Aber die meisten Menschen sind darauf nicht vorbereitet und könnten daher unvorhergesehene Konsequenzen erleiden. Mit einer erhöhten Lebensdauer müssen sich auch andere Aspekte unseres Lebens, wie unsere Vorsorge für das Alter anders betrachten. Nehmen wir einmal die Krankheitskosten. Die geschätzten monatlichen Kosten im Gesundheitswesen für einen durchschnittlichen 85-jährigen liegen bei $1.100 im Monat, verglichen mit $580 pro Monat im Alter von 65. Woher kommt dieser extreme Unterschied? Ganz einfach, weil wir, normalerweise, mit zunehmendem Alter kränker werden. Einige Beschwerden können wir vielleicht nicht verhindern, aber wir können an eine Zukunft glauben, in welcher der durchschnittliche 85-, 95- oder 105-jährige gesünder ist als heute.

Die Auswirkungen auf die Gesundheitskosten sind schwer abzuschätzen. Bedeutet das, dass die Kosten drastisch sinken werden und unsere Sicht auf die Altersvorsorge komplett verändern wird? Und wo wir schon über die Rente sprechen, wer sagt, dass wir in Zukunft überhaupt in Rente gehen müssen, wenn wir nicht wollen? Arbeiten hilft unseren Verstand auf Trab zu halten. Arbeit kann man in verschiedensten Formen erledigen und es ist möglich, dass ein Job ein regelmäßiges Einkommen bis ins hohe Alter garantieren kann und so die Vorsorge aufstockt.

Im Silicon Valley wird auf Hochtouren daran gearbeitet Wege zu finden uns unsterblich zu Machen. Bis das gelingt, können wir jetzt schon anfangen unseren Körper und Verstand zu trainieren. Es mag nicht immer einfach sein, aber die Vorteile für unsere Gesundheit, Altersvorsorge und unser Glück, sind es definitiv wert.

 

Quelle: https://www.policygenius.com/blog/stay-young-mental-physical-health/

Das Rennen gegen die Vergesslichkeit

Der Lauf der Zeit

Was in den 90er Jahren noch als langweiliger Randsport galt ist heute der Sport der Gesellschaft – Laufen. Auch wenn nicht jeder ein Usain Bolt ist oder den New York Marathon mitläuft, ist Laufen eine Bestätigung die nicht nur körperlich sondern auch geistig fit hält. Das haben auch Forscher der Goethe Universität Frankfurt herausgefunden.

Sie haben die Auswirkung von regelmäßiger sportlicher Aktivität auf das Gehirn untersucht und fanden heraus, dass Laufen den Anstieg von Cholin verhindert. Die Konzentration dieses Stoffwechselproduktes erhöht sich meist aufgrund eines Verlustes von Nervenzellen, oft im Zusammenhang mit einer Alzheimererkrankung. Die Studie hat gezeigt, dass Laufen die Konzentration des zerebralen Cholins stabilisiert und somit gegen fortschreitende Demenz hilft. Gleichzeitig erhöht das Training auch die körperliche Fitness und stärkt das Herz.

Run Forest run!

Dass Sport einen positiven Einfluss auf das Erinnerungsvermögen hat haben auch Neurowissenschaftler des National Institutes on Aging in den USA festgestellt. Physische Aktivität führte zu einer Erhöhung des Proteins Cathepsin B, welches einen nachgewiesenen Effekt auf ein besseres Erinnerungsvermögen hat.

Sport macht also nicht nur fit und schlank sondern ist auch gut für das Gehirn. Wichtig ist ein geplantes und fundiertes Training mit Meilensteinen und einem Ziel. Oder man macht es wie Forest Gump und läuft einfach Mal drauf los.

 

Quellen:

1.     S Matura, J Fleckenstein, R Deichmann, T Engeroff, E Füzéki, E Hattingen, R Hellweg, B Lienerth, U Pilatus, S Schwarz, V A Tesky, L Vogt, W Banzer, J Pantel (2017) Effects of aerobic exercise on brain metabolism and grey matter volume in older adults: results of the randomised controlled SMART trial. Translational Psychiatry

2.     Moon et al. Running-Induced Systemic Cathepsin B Secretion Is Associated with Memory FunctionCell Metabolism, 2016

Die Brille für deine Ohren.

Brille für die Ohren

Generation Dauerbeschallung

Wir haben sie immer dabei ob beim Sport, in der U-Bahn oder in der Freizeit. Ohrstöpsel liefern heutzutage trotz ihrer Größe sehr guten Sound und gehören für die meisten Menschen neben Smartphone und Geldbeutel zu den Essentials in der Hostentasche. Aber die Art und Weise wie wir Musik konsumieren kommt nicht ohne Preis. Eine neue Studie des Centers for Disease Control and Prevention hat ergeben, dass bereits 7% aller 20-29-jährigen an Hörverlust im Hochfrequenzbereich leiden im Alter von 40-49 Jahren liegt diese Zahl bereits bei 25%. Tendenz steigend.

Während der Hauptgrund früher laute Maschinen im Arbeitsbereich und das gelegentliche Rockkonzert am Wochenende waren stellen wir unsere Ohren heute vor eine ganz andere Herausforderung. Durch Ohrstöpsel bringen wir die Lärmquelle direkt an das Ohr und seien wir einmal ehrlich: Niemand achtet wirklich auf die Warnung des Smartphones, dass die Lautstärke sich im roten Bereich befindet. Man will ja schließlich etwas von der Musik hören.

Tech kann helfen

Ein Startup aus Berlin beschäftigt sich genau mit diesem Problem. Mimi (https://mimi.io) bezeichnet sich selbst als die „Brille für deine Ohren“. Durch einen kurzen, kostenlosen Hörtest auf deinem Smartphone wird ein digitaler Hörabdruck erstellt. Das Profil erkennt in welchen Frequenzbereichen Stärken und Schwächen liegen und rechnet anschließend Musik individuell auf dein Gehör um. Basierend auf deinem Hörprofil passt Mimi deine Musik optimal auf deine Ohren an. Das bedeutet besserer Klang bei niedrigerer Lautstärke. Du kannst die App direkt mit Spotify, Soundcloud oder iTunes verbinden und deine Lieblingsmusik genießen.

Musik begleitet uns im Alltag, aber wir sollten darauf achten, dass wir sie in 50 Jahre noch genauso genießen können wie heute. Mimi ist eine Möglichkeit dafür.

Quelle: https://www.cdc.gov/vitalsigns/hearingloss/index.html